Winkler und Schorn • Gewerbering 5-7 • 90574 Roßtal
Ein Unternehmen mit Tradition
Die Firma Winkler & Schorn verfügt über eine sehr lange und vielfältige Firmengeschichte, die wir Ihnen im Folgenden aufzeigen möchten.
Diese lange Firmentradition ist uns nicht nur Verpflichtung, sondern auch Ansporn für die Zukunft.
1827:
Gegründet wird unser Unternehmen als „Detailgeschäft“ durch Michael Winkler und Emanuel Anton von Schorn. Die Eintragung samt
Erteilung der erforderlichen Lizenz erfolgt am 21. August 1827 beim Magistrat der Stadt Nürnberg.
Winkler wird 1790 in Reichenau/Freystadt (Österreich) geboren. Anschließend verbringt er einige Zeit in Frankenmarkt (Oberösterreich).
Sein Geld verdient er als Spezereiwarenhändler (Gewürzhandel). Mit 37 kommt er schließlich nach Nürnberg.
Von Schorn hingegen kommt aus einer alteingesessenen Nürnberger Familie. Geboren im Jahre 1808 ist er beispielsweise Ehrenmitglied
des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, wo noch heute sein Adelsbrief vorhanden ist.
Nürnberg gehört zu dieser Zeit in Folge des Rheinbunds 1806 zum Königreich Bayern. 1825 war König Ludwig I., der nicht nur als Mäzen
der Architektur (z. B. Glyptothek, Propyläen und Antikensammlung, Alte und Neue Pinakothek in München), sondern auch als Förderer der
ersten Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth in Erinnerung geblieben ist, gerade zwei Jahre an der Macht.
Das erste Ladengeschäft des jungen Unternehmens befindet sich in der Nürnberger Bergstraße. Dieser Standort wird bis ins Jahr 1919
beibehalten.
1840:
Wie sehr sich doch die damaligen Zeiten von den heutigen unterscheiden, kann gut an zwei Werbeanzeigen der Firma Winkler & Schorn
festgestellt werden, die 1840 im „Friedens- und Kriegskurier“, einem Vorläufer der heutigen Nürnberger Zeitung, erschienen:
Man sieht, dass unser Sortiment in den Gründungsjahren noch nicht sehr spezialisiert war, wobei allerdings schon erste Hinweise auf ein
„gut assortiertes Papierlager“ gegeben werden.
1848:
Nach dem frühen Tod von Michael Winkler adoptiert Emanuel Anton von Schorn dessen 16-jährigen Sohn und heiratet die Witwe. Es wird
berichtet, dass von Schorn zu dieser Zeit wohlhabend gewesen sei, und ein livrierter Diener ihn bei seinen täglichen Ausritten begleitet
hätte.
1861:
Die Firma Winkler & Schorn wächst schnell. Aus dieser Zeit ist noch eine Rechnung erhalten, in der einem Kunden in Bayreuth
Kanzleipapier berechnet wird.
Aus dieser Rechnung vom 22. Mai 1861 stammt im Übrigen auch unser Firmenlogo, das die lange Tradition unseres Unternehmens
repräsentiert. Zugegebenermaßen geht die Tradition aber nicht soweit, dass wir unsere Rechnungen immer noch mit der Feder in
Schönschrift schreiben würden.
um 1900:
Aus dieser Zeit sind einige Belege erhalten, die zeigen, dass die Firma Winkler & Schorn nun auch Kunstdrucke und Postkarten führt.
Überliefert ist zum Beispiel eine Werbepostkarte für das selbst verlegte Kunstblatt „Fürs Vaterland“, das Kaiser Wilhelm II. in einer für die
damalige Zeit typischen Art und Weise abbildet, auch wenn diese Darstellung heute ziemlich befremdlich wirkt. Dies zeigt aber auch
wieder, dass wir einfach in einer ganz anderen Zeit leben.
Auch eine Reihe von Postkarten des Winkler & Schorn Verlags aus dieser Zeit sind noch bekannt, unter anderem wurde das Nürnberger
Hochwasser von 1908 so für den Rest der Welt anschaulich gemacht.
Ebenfalls um diese Zeit übernehmen Karl Christian Spiegel (1875 - 1949) und seine Frau Wilhelmine (1877 - 1969) die Firma Winkler &
Schorn und prägen erstmals einen deutlichen Schwerpunkt der Unternehmensaktivitäten im Papier- und Papierwarenhandel aus.
1919:
Im Jahre 1919 wird der Unternehmenssitz schließlich von der Bergstraße in die Theresienstraße 14 verlegt. Auch heute noch ist die
Theresienstraße 14 der Stammsitz der Firma Winkler & Schorn, auch wenn natürlich hier, mitten in der historischen Altstadt Nürnbergs,
schon lange nicht mehr das Zentrum der Geschäftsaktivität liegt.
1945:
Am 2. Januar 1945 zerstört ein alliierter Luftangriff wesentliche Teile Nürnbergs. An diesem Tag flogen 521 Bomber nach Nürnberg, das als
„Stadt der Reichsparteitage“ und Industriestandort ein bedeutendes Angriffsziel war. Die Altstadt (eine sehr detaillierte Karte findet sich
hier), und damit auch der Firmensitz von Winkler & Schorn in der Theresienstraße 14, wird in Schutt und Asche gelegt.
Was folgt, sind die schwierigsten Jahre des Unternehmens und ein Aufbau aus Ruinen. Für die Unternehmensgeschicke unmittelbar nach
dem Krieg zeichnet insbesondere Gertrud Drost (-1961), die Tochter von Wilhelmine und Karl Christian Spiegel, verantwortlich.
1949:
Zu dieser Zeit gibt es tatkräftige Verstärkung in der Geschäftsleitung: Walter Lutzky (geb. 1921) beendet seine Tätigkeit für die
amerikanischen Streitkräfte. Er baut mit sehr viel Energie und kaufmännischem Geschick den Großhandel der Firma Winkler & Schorn
wieder auf und erweitert Schritt für Schritt die Absatzmärkte des Unternehmens auf Mittelfranken, später ganz Nordbayern.
In den folgenden Jahren betreibt Winkler & Schorn eine Vielzahl unterschiedlicher Ausweichlager in der Nürnberger Altstadt. So wird das
Warengeschäft beispielsweise im Rathaus im Keller unter der heutigen Polizeiwache oder in den Räumlichkeiten des heutigen Restaurants
„Goldenes Posthorn“ am Sebalder Platz durchgeführt. Dabei sind die Verhältnisse meist mehr als dürftig: Im Rathauskeller steht die Ware
auf Holzbohlen, um so sicherzustellen, dass bei Regen die Ware auch trocken bleibt, weil das Dach so undicht ist. Im Goldenen Posthorn
wird (damals!) von massivem Rattenbefall berichtet.
1955:
In diesem Jahr wird der Rathausneubau am Nürnberger Hauptmarkt fertig gestellt. Winkler & Schorn eröffnet dort ein Ladengeschäft, das
heute noch besteht und auf den Einzelhandel mit feinen Papierwaren, Schreibwaren und Geschenkartikeln spezialisiert ist.
1957:
Nach vielen Jahren in wechselnden Ausweichquartieren zieht die Firma Winkler & Schorn mit Lager und Verwaltung zurück in das neu
errichtete Gebäude in der Theresienstraße 14. Gelagert wird im Erdgeschoß und im Keller, die Büroräume befinden sich im ersten Stock.
1958:
Walter Lutzky wird Gesellschafter des Unternehmens.
1959:
Erneut gelingt der Firma Winkler & Schorn eine bedeutende Erweiterung. Neben dem Großhandel in der Theresienstraße 14 und dem
Einzelhandel am Hauptmarkt wird eine weitere Filiale am neu eröffneten Nürnberger Obst- und Gemüsegroßmarkt an der Leyher Straße im
Nürnberger Süd-Westen eröffnet. Diese Niederlassung hat einen klaren Fokus auf Verpackungen für Obst- und Gemüse. Auch dieses
Ladengeschäft besteht heute noch, inzwischen über 50 Jahre.
1961:
Nach dem Tod von Gertrud Drost übernimmt Irene Stein die Geschäfte von Ihrer Mutter. Walter Lutzky und Irene Stein teilen sich ihre
Aufgabenbereiche auf: Irene Stein leitet den Einzelhandel, insbesondere den Laden am Hauptmarkt, während Walter Lutzky für den
Großhandel verantwortlich zeichnet.
1965:
Bedingt durch das starke Wachstum der Firma Winkler & Schorn werden die Räume des Großhandels in der Theresienstraße 14 zu klein.
Die Firma Winkler & Schorn stößt an ihre Kapazitätsgrenzen und ist auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten.
In diese Zeit fallen einige kurzfristige Improvisationslösungen, wie das Anmieten einer Scheune am damaligen Rande der Stadt in
Großreuth hinter der Veste, die natürlich nur begrenzt in der Lage waren, das grundlegende Problem des Platzmangels zu lösen. Im
Sommer mit nacktem Oberkörper und über eine Rutsche werden LKWs abgeladen, und die Ware im Blockstapel ebenerdig und auf dem
Zwischenboden der Scheune ein- und ausgelagert...ohne jede technischen Hilfsmittel, mit reiner Körperkraft.
1968:
Eine Lösung für dieses Problem findet sich in der leerstehenden Reifbrauerei in der Tullnau (später: Bayerische Milchversorgung). Winkler
& Schorn verfügt dort endlich über ausreichend Lagerraum, auch wenn die Verhältnisse aus heutiger Sicht immer noch nicht überzeugend
sind. Für den Winter fehlt es im Lager an einer Heizung, und auch das Dach könnte dichter sein. Wenigstens gibt es für die Büros einen
Holzofen.
1973:
Weiteres starkes Wachstum und die zunehmende Erweiterung der Angebotspalette im Bereich der Verpackungen stellen Winkler & Schorn
erneut vor ein Platzproblem. Außerdem droht der Reifbrauerei, die in der Nähe des 1981 geschaffenen Wöhrder Sees liegt, der Abriss. Es
fällt die Entscheidung, in das neu zu erschließende Gewerbegebiet Gewerbehof Nürnberg West, gleich in der Nähe des immer noch sehr
ländlich geprägten Stadtteils Kleinreuth bei Schweinau zu ziehen und dort selbst zu bauen. Damals noch umgeben von Äckern entsteht an
der Flachslander Straße 3-7 der neue Unternehmenssitz des Großhandels.
Um den damaligen Zustand dieser heute sehr dicht bebauten Gegend zu verdeutlichen, sei ein Schreiben aus dem Jahr 1973 von Walter
Lutzky an die Stadt Nürnberg zitiert. Darin beklagt er, die immer weitere Hinauszögerung der Asphaltierung der Flachslander Straße. Es
sei nun wirklich nicht noch länger zumutbar, dass die Firmenfahrzeuge, Kunden und Lieferanten der Firma durch Schlamm und Morast
über unbefestigte Wege auf das mittlerweile gepflasterte Firmengelände fahren müssten.
Zunächst sind noch zwei Teile der 2.400 qm großen Lagerhalle untervermietet.
Praktisch ist die räumliche Nähe zur Filiale am Obst- und Gemüsegroßmarkt, die eine schnelle und einfache Belieferung ermöglicht.
1978:
Im Jahr 1978 wird erneut eine zentrale strategische Entscheidung für die Zukunft des Unternehmens gefällt: Die bisherige Produktlinie
Schreibwaren und -papiere wird aus dem Unternehmen ausgegliedert und an die (heute insolvente) Carl Mandel oHG verkauft.
Lebensmittelverpackungen sind somit (neben dem Einzelhandel am Hauptmarkt) der zentrale Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit.
1980er und 1990er Jahre:
Der Firma Winkler & Schorn ist weiterhin ein gutes Wachstum beschert: der Großhandel floriert, und es werden Schritt für Schritt die
beiden zuvor untervermieteten Lagersegmente in der Flachslander Straße übernommen. Zusammen mit Dieter Paukert leitet Walter Lutzky
den Großhandel, das Einzelhandelsgeschäft am Nürnberger Hauptmarkt wird von Irene Stein weiterhin geleitet.
2002:
Caroline Lutzky (geb. 1978), Tochter von Walter Lutzky, tritt in die Großhandelssparte des Unternehmens ein. Schnell übernimmt sie die
Verantwortung für die Filiale am Obst und Gemüsegroßmarkt. Zu dieser Zeit gelingt es auch, diese Filiale am Großmarkt flächenmäßig zu
verdoppeln und so ein noch breiteres Angebot an Verpackung für die Kunden dort anzubieten.
2006:
Nach Abschluss seiner Promotion an der Universität zu Köln steigt Dr. Christian Lutzky (geb. 1975) in das Unternehmen ein. Schnell
übernimmt er eine leitende Funktion für das ganze Unternehmen und wird Prokurist.
2007:
Mehr als 30 Jahre waren die Platzprobleme der Firma Winkler & Schorn durch die Lagerhalle in der Flachslander Straße gelöst. Nun ist
auch hier die Situation untragbar geworden. Waren, die ausgeladen werden, bleiben (so es denn nicht regnet) auf dem Hof stehen, einige
Garagen in der Nachbarschaft sind angemietet, und zum Schluss wird sogar mit zwei Überseecontainern auf dem Hof improvisiert. Die
Firma Winkler & Schorn platzt erneut aus allen Nähten.
Nachdem keine Erweiterung am Standort Flachslander Straße 3-7 mehr möglich ist, zieht der gesamte Großhandel mit mittlerweile über 30
Angestellten und ca. 400 Tonnen Ware über das Wochenende vom 19.-22. Oktober in komplett neue Räumlichkeiten um.
Die Firma Winkler & Schorn ist jetzt in Roßtal, Gewerbering 5-7, etwa 10 Kilometer außerhalb von Nürnberg zuhause. Diese neuen
Räumlichkeiten liegen (auch hier wiederholt sich die Geschichte) erneut in ländlicher Gegend, gerade außerhalb der Stadtgrenzen.
Zuvor war es gelungen, eine bereits bestehende Anlage des Kartonagenwerks der Svenska Cellulosa Aktiebolaget (SCA) Packaging zu
erwerben, die nicht nur eine Lagerfläche von gut 5.000 qm bietet, geeignet ist für Hochregale und über eine Rampenanlage für LKW
verfügt, sondern auch noch Erweiterungsmöglichkeiten für die Zukunft bietet. Die Anzahl der Palettenstellplätze verdoppelt sich durch
diesen Umzug.
Der Standort an der Flachslander Straße wird aufgegeben.
Und was wird die Zukunft bringen?
Zwei Entwicklungen ziehen sich durch die gesamte Firmengeschichte der Firma Winkler & Schorn hindurch:
•
Zum einen ist dies die Spezialisierung. Während beispielsweise im Jahre 1840 noch Pflastersteine, Bleiweiß und Käse verkauft
wurden, ist das Sortiment inzwischen im Wesentlichen auf Verpackungen und Hygieneprodukte beschränkt. Der Zwang zur
Spezialisierung hat bei Winkler & Schorn seine wesentliche Ursache in der immer differenzierteren Nachfrage nach immer mehr
Produkten. Während etwa früher beispielsweise nicht mehr als 2-3 Sorten Metzgereinschlagpapier verwendet wurden, gibt es
heute eine unglaubliche Vielfalt von Sorten aus Papier, Kunststoff und Kombinationen daraus, die eine professionelle Beratung
durch Spezialisten zwingend erforderlich macht.
•
Zum anderen ist dies der Platzmangel. Zumindest seit dem 2. Weltkrieg waren in regelmäßigen Abständen Erweiterungen des
Lagers erforderlich. Dies ist insbesondere ein Beweis des gesunden und nachhaltigen Wachstums der Firma Winkler & Schorn, die
inzwischen Marktführer in Bayern für Serviceverpackungen geworden ist. Während wir auf der einen Seite hoffen, dass dieses
Wachstum durch neue Vertriebswege, etwa im Internet oder im Telefonverkauf, anhält, hoffen wir doch, so schnell nicht wieder
umziehen zu müssen.
Vor diesem Hintergrund möchten wir die Festschrift zum 150-jährigen Bestehen der Firma Winkler & Schorn zitieren, die mit den Worten
schließt:
„[Es] wird der Firma Winkler & Schorn Verpflichtung sein, auch weiterhin im Dienste des Kunden ein zuverlässiger und fairer Partner
zu bleiben.“
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